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Hydra
Unterwegs auf Hydra
Inhaltsverzeichnis
Karte der Insel Hydra
Vorwort...
Ein Wort an Hydras Kurzzeitbesucher
WANDERWEG  1
Herrenhäuser, „archontika”
Ausgrabungen in Chorisa
Die Seefahrer von Hydra
WANDERWEG  2
Koula erzählt über ihr Leben als Hirtin
WANDERWEG  3
Aus dem Leben eines Tischlers von Hydra
Ein Rezept für „Fava”
WANDERWEG  4
WANDERWEG  5
Giorgos, der Steinmetz
WANDERWEG  6
Das Kloster der Gottesgebärerin („Theotokou”)
Die „Albaner” auf Hydra
WANDERWEG  7
WANDERWEG  8
Iannis Gavalas über die Besonderheit von Vlychos und Episkopi
WANDERWEG  9
Die Drioper
Das Fest des Blühenden Mandelbaums
Lied des Blühenden Mandelbaums
WANDERWEG  10
„Kyria Maria von den Kerzen”
Iannis Gavalas über das Leben des Eselstreibers
WANDERWEG  11
WANDERWEG  12
Tassos und das Meer
Das Buch
Anna Barry
Kontakt

Aus dem Leben eines Tischlers von Hydra
Wer durch die Gassen von Hydra streift, wird sich wundern, so häufig dem scharfen Geräusch der Säge und dem Duft frisch geschnittenen Holzes zu begegnen: auf Hydra wird immer noch viel mit Holz gearbeitet. Moderne Möbel können nicht vor Ort erstanden werden und sind nicht sehr beliebt. Auch bei den zahlreichen Haus-Renovierungen werden immer traditionelle Fensterrahmen

Der Tischler Iannis in seiner Werkstadt
und Türen gebraucht. Es gibt also auf Hydra viele Tischler, die alles von Hand arbeiten. Iannis, jetzt bereits im Ruhestand, ist einer von ihnen. Iannis und seine Frau wandern heute zum „Loum Georgaki”, wo wir zusammen Wildgemüse („chorta”) sammeln. Während wir damit beschäftigt sind, erzählt Iannis, wie er zur Tischlerei kam:

„Mein Vater war kein Schreiner, aber zwei seiner Söhne wählten diesen Beruf. Seit ich ein kleiner Junge war, habe ich eine besondere Vorliebe für den Geruch und die Struktur von Holz gehabt. Ich war von den Möbeln meiner Vorfahren umgeben und spürte große Lust, sie nachzubauen. Auf Hydra lernt ein Tischler alle Aspekte der Arbeit mit Holz. Er macht Fenster und Türen, Särge und Rahmen und alle Arten einfacher und kostbarer Möbel.”

In den Häusern von Hydra kann man dies traditionelle Mobiliar bewundern: zum Beispiel die „kanapedes”, lange Sitzbänke mit sanft geschwungenen, verzierten Rückenlehnen, riesige Aussteuertruhen mit Intarsien und den Initialen der Besitzerin, Küchenbörde für Becher und Teller („piatothekes”) und dreieckige Vitrinen, die in Zimmerecken passen. Oft sieht man große Kommoden mit vielen verzierten Schubladen und Stühle mit geschnitzten Lehnen und geflochtenen Sitzen. In alten Häusern sind oft eine oder mehrere kostbare Garderoben zu finden, mit Spiegeltüren ausgestattet.


Iannis lernte die Tischlerei auf dem damals üblichen Weg: „Ich war mehrere Jahre bei einem Meister und lernte von der Pieke auf alles, was mit der Tischlerei zu tun hat. Als ich mich sicher fühlte, öffnete ich meine eigene Werkstatt. Ich habe es nicht bereut und blieb nie ohne Aufträge. Auf so einer kleinen Insel kennt man sich und weiß, wem man was anvertraut. Wenn du geschickt und ehrlich bist, bleiben die Kunden dir treu. Selbst jetzt im Ruhestand kann ich's nicht lassen und versuche mich manchmal an einem besonders schönen Stück.”




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