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Hydra
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Die Seefahrer von Hydra
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Koula erzählt über ihr Leben als Hirtin
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Aus dem Leben eines Tischlers von Hydra
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Iannis Gavalas über die Besonderheit von Vlychos und Episkopi
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Das Fest des Blühenden Mandelbaums
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„Kyria Maria von den Kerzen”
Iannis Gavalas über das Leben des Eselstreibers
WANDERWEG  11
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Tassos und das Meer
Das Buch
Anna Barry
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Das Fest des Blühenden Mandelbaums
Das „Fest des Blühenden Mandelbaums” wird auf Hydra Mitte Januar gefeiert, wenn die ersten Blüten aufbrechen.
Lange Jahre hat Iannis Gavalas mit seiner Frau Alexandra dies den klassischen „Anthisteria” nachempfundene Fest auf Hydra neu belebt. Er hat es über den Kreis einiger Freunde hinaus zu einer Institution auf der Insel werden lassen und viele Gäste selbst bewirtet.
Jetzt hat Iannis die Organistaion des „Festes des blühenden Mandelbaums” an die traditionsreiche „Taverna tis Christinas” in Kamini abgegeben. Wer teilnehmen möchte, erkundige sich Anfang des Jahres nach dem genauen Termin.

Am Morgen des Festes verkleiden die Gäste einen Mann umständlich als Braut, mit weißem Schleier und Schichten von make-up und Lippenstift im Gesicht. Er (sie) wird begleitet von einer als Bräutigam verkleideten Frau. Dann klettert er (sie) auf den Mandelbaum und schüttelt die Zweige, sodaß die Blüten wie Schnee herabfallen. Die Gäste unterstützen die Aktion mit Applaus und Gesang, begleitet von den traditionellen Instrumenten Violine, Gitarre, Laute und Akkordeon. Anschließend versammelt man sich im Haus des (diesjährigen) Gastgebers zu weiterem Singen und Trinken, Erzählen und Essen, Tanzen und Lachen.

Während in Griechenland immer ein Grund zum Feiern gefunden werden kann, scheint das „Fest des Blühenden Mandelbaums” auf ein uraltes Fruchtbarkeitsritual zurückzugehen. Der Mandelbaum kündigt den Frühling an: seine Blüten erscheinen als erste.
Mandeln werden im gesamten Mittelmeerraum in vielerlei Süßigkeiten verwendet; auf Hydra (und Spetses) sind die „amygdalota” eine begehrte Spezialität, die man im „Zacharoplasteio” kaufen kann.
Das Lied, das auf Hydra getreu der Überlieferung beim Schütteln der Mandelzweige gesungen wird, handelt vom Kreis des Lebens und beschwört im Bild der fallenden Mandelblüten (Frühling der Jugend), die wie Schnee aussehen (Winter des Alters) die Vergänglichkeit. (Dichter der Verse ist G. Drosinis.) Doch wird die Mahnung durch Humor und vergnügliches Augenzwinkern entschärft, und das gesamte Fest des Blühenden Mandelbaums hat ein erfrischend heidnisches Gepräge.




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